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Trump untergräbt Erholung | Nike und RH schwach.

Nach einer 1.000-Punkte-Rally im Dow folgt der Kater: Donald Trumps Kommunikationschaos zum Iran-Konflikt wirbelt die Märkte erneut durcheinander. Binnen 24 Stunden widersprach der US-Präsident seinen eigenen Aussagen mehrfach – von «Rückzug aus dem Irankrieg» bis zur erneuten Forderung, die Straße von Hormus zu öffnen. Während Funstrat-Analyst Mark Newton warnt, das finale Tief sei noch nicht erreicht, zeigen erste Quartalszahlen aus dem Einzelhandel eine beunruhigende Schwäche. Kann die technische Erholung halten, oder steht den Märkten in den nächsten Wochen ein weiterer Test der Tiefstände bevor?

Markus Koch Wall StreetInvesting3 People mentioned4 Glossary terms
Video length: 21:18·Published Apr 1, 2026·Video language: German
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1

Key Takeaways

1

Donald Trump widersprach sich innerhalb von 24 Stunden mehrfach zum Iran-Konflikt – erst Ankündigung des Rückzugs, dann neue Forderungen zur Öffnung der Straße von Hormus. Die Ölmärkte reagieren verhaltener als die Aktienmärkte auf die vermeintliche Entspannung.

2

Funstrat-Analyst Mark Newton erwartet ein erneutes Abtauchen des S&P 500 auf 6.200–6.300 Punkte innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen, bevor eine nachhaltige Gegenbewegung einsetzen kann.

3

Nike verfehlt die Umsatzprognosen deutlich und wird auf breiter Front herabgestuft – die Region China und Nahostturbulenzen belasten. Auch RH (Restoration Hardware) senkt die Jahresprognose deutlich.

4

Wells Fargo betont, dass die Kapitalzuflüsse in US-Aktien trotz des externen Schocks positiv geblieben sind – im Gegensatz zu früheren Krisen wie Covid, 2022 oder Liberation Day fehlen Zeichen von Panik.

5

Tech-Werte erhalten teilweise positive Analystenstimmen: AMD, Crowdstrike, Microsoft und ServiceNow werden als langfristige Kaufgelegenheiten nach den jüngsten Kursverlusten eingestuft.

In a Nutshell

Trotz gestrigem Kursfeuerwerk bleibt die Lage fragil: Trump inszeniert Chaos statt Strategie, Einzelhandelswerte enttäuschen auf breiter Front, und Techniker erwarten einen erneuten Test der 6.200er-Marke im S&P 500 binnen zwei Wochen.


2

Trumps Kommunikationschaos erschüttert Märkte erneut

Widersprüchliche Aussagen zum Iran innerhalb von 24 Stunden verunsichern Anleger.

Gestern feierte der Dow Jones ein Plus von über 1.000 Punkten, nachdem Donald Trump ankündigte, sich aus dem Iran-Konflikt zurückzuziehen – selbst wenn die Straße von Hormus geschlossen bleibe. Der Ölpreis fiel nur moderat (WTI -0,8%, Brent -3%), während die Aktienmärkte deutlich stärker reagierten. Doch heute morgen folgte ein neuer Post: Trump behauptet, Irans «neuer Präsident» habe um einen Waffenstillstand gebeten, gleichzeitig werde die Öffnung der Straße von Hormus zur Bedingung gemacht. Die Aussage von gestern – Rückzug unabhängig von Hormus – wurde damit faktisch kassiert.

Die Wettmärkte zeigen eine verhaltene Reaktion: Polymarket gibt die Wahrscheinlichkeit für Frieden bis Ende Mai mit nur 53% an, bis Ende April sogar nur 36%. Der WTI-Ölpreis notiert heute morgen wieder bei 100 Dollar. Für heute Abend 21 Uhr (deutscher Zeit) hat Trump eine Ansprache an die Nation angekündigt – die Erwartung: Er wird das Chaos als Erfolg verkaufen und behaupten, alle Ziele erreicht zu haben. Die Ironie: China und Pakistan arbeiten bereits an einem Friedensvorschlag – ausgerechnet jene Mächte, die Trump zuvor mit Panama-Kanal-Drohungen und Venezuela-Interventionen vor den Kopf gestoßen hat.


3

Technische Warnung: Finales Tief noch nicht erreicht

Mark Newton erwartet Rückfall auf 6.200–6.300 Punkte im S&P 500.

⚠️

Technische Warnung: Finales Tief noch nicht erreicht

Trotz der gestrigen Rally mahnt Fundstrat-Analyst Mark Newton zur Vorsicht: Der S&P 500 befinde sich weiterhin in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Ein finaler Test der 6.200–6.300er-Zone innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen sei wahrscheinlich, bevor eine nachhaltige Basis für eine Sommerrally geschaffen werde. Seine Empfehlung: Diversifikation in defensive Sektoren wie Stromversorger, Energie, Telekom und Pharma.


4

Wirtschaftsdaten besser als erwartet – aber Vorsicht geboten

Februar-Daten zeigen Stärke, doch März-Realität könnte anders aussehen.

Einzelhandelsumsätze Februar (gesamt)
+0,6%
Über Erwartung von 0,5%, aber vor Beginn des Iran-Kriegs
Einzelhandelsumsätze Februar (Kernrate, ex Autos)
+0,5%
Erwartet wurden 0,3%
ADP-Stellenzuwachs März (Privatwirtschaft)
62.000 Jobs
Deutlich über Erwartung von 39.000
Prognose US-Arbeitsmarktbericht März
~60.000 neue Jobs
Nach Verlust von 92.000 im Februar (wetterbedingt und Streik)
Arbeitslosenrate (erwartet März)
4,4%
Konstant zum Vormonat

5

Nike und RH: Einzelhandelswerte brechen ein

👟
Nike – Breite Abstufungen
Umsatzprognose für laufendes Quartal: -3% statt +2% erwartet. Bank of America stuft auf «Halten» ab (Kursziel 55$, Kurs heute ~47$). Goldman Sachs und JP Morgan ebenfalls auf Neutral. China und Nahost belasten.
🛋️
RH (Restoration Hardware)
Umsatz und Ertrag verfehlt, Jahresprognose gesenkt: +6% Wachstum statt +10%. Goldman Sachs bekräftigt Verkaufsempfehlung, Kursziel 101$. Aktie vorbörslich -17%.
👔
PVH (Calvin Klein, Tommy Hilfiger)
Einziger positiver Lichtblick: Erwartungen geschlagen, Aktie kaum verändert bis leicht im Minus.
🏎️
Ferrari – Schwacher Jahresstart
UBS senkt Kursziel auf 483$. Q1/2026 schwächstes Quartal seit langem, Erwartung: Besserung ab Q2. Nahost-Turbulenzen belasten Luxusgüter generell.

6

Tech-Sektor: Selektive Kaufempfehlungen nach Kursverlusten

💻
AMD – Taktische Kaufidee
Wells Fargo: «Übergewichten», Kursziel 345$. Q1-Ergebnisse dürften erfreulich ausfallen.
🛡️
Crowdstrike – Langfristig bullish
Langfristig über 10 Mrd. Dollar wiederkehrende Umsätze erwartet. Kaufempfehlung bestätigt.
🪟
Microsoft – Einstiegschance
Benchmark: Kursverluste seit Oktober-Hochs bieten langfristige Einstiegsgelegenheit. Kaufempfehlung.
☁️
ServiceNow – GenAI-Play
Benchmark: Kursziel 1.545$. -45% seit Januar 2025, gut positioniert im GenAI-Superzyklus. CEO Bill McDermott überzeugt.
🔐
Palo Alto – CEO kauft
CEO kaufte selbst Aktien. Benchmark: Kaufempfehlung, Kursziel 200$.

7

Palantir: Bewertung auf Perfektion getrimmt

Analyst warnt: Aktie braucht 60–70% jährliches Umsatzwachstum zur Rechtfertigung.

⚠️

Palantir: Bewertung auf Perfektion getrimmt

Benchmark stuft Palantir nur mit «Halten» ein. Die Begründung: Die Bewertung sei mittelfristig auf Perfektion ausgelegt. Um das aktuelle Kursniveau zu halten, müsste das Unternehmen eine jährliche Umsatzwachstumsrate von mindestens 60 bis 70% ausweisen – eine extrem hohe Hürde.


8

Keine Panik in den Kapitalströmen – historische Anomalie

Wells Fargo: Anders als bei früheren Schocks fliehen Anleger nicht.

Wells Fargo hebt eine bemerkenswerte Anomalie hervor: In den letzten vier Wochen (März/April) waren die Kapitalzuflüsse in US-Aktien-ETFs und Fonds positiv – trotz des Iran-Konflikts und massiver Kursverluste. Das unterscheidet die aktuelle Situation deutlich von früheren externen Schocks wie dem Liberation Day, dem Bärenmarkt 2022, der Covid-Pandemie oder anderen großen Krisen. Normalerweise sehen Analysten bei solchen Ereignissen einen deutlichen Rückzug der Anleger. Diesmal fehlen die Zeichen von Panik in den Kapitalströmen.

Das könnte einerseits als Zeichen von Resilienz interpretiert werden – Anleger bleiben investiert und nutzen Schwäche zum Einstieg. Andererseits besteht das Risiko, dass die endgültige Kapitulation noch aussteht und ein finaler Ausverkauf bevorsteht, sobald die Geduld der Investoren erschöpft ist. Mark Newton von Fundstrat teilt die Einschätzung, dass das finale Tief noch nicht erreicht ist.


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Securities Mentioned

NKENike
RHRH (Restoration Hardware)
PVHPVH Corp. (Calvin Klein, Tommy Hilfiger)
RACEFerrari
AMDAdvanced Micro Devices
CRWDCrowdstrike
MSFTMicrosoft
NOWServiceNow
PANWPalo Alto Networks
PLTRPalantir Technologies
NVDANvidia

10

People

Donald Trump
US-Präsident
mentioned
Mark Newton
Analyst, Fundstrat
mentioned
Bill McDermott
CEO, ServiceNow
mentioned

Glossary
Straße von HormusStrategisch wichtige Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die etwa ein Drittel des weltweiten Öltransports per Schiff verläuft.
Liberation DayBezeichnung für den Tag, an dem Donald Trump reziproke Zölle ankündigte (März 2025), was zu massiven Marktturbulenzen führte.
PolymarketDezentrale Wettplattform, auf der Nutzer auf reale Ereignisse (z. B. politische Entwicklungen) wetten können.
JOLTS-BerichtJob Openings and Labor Turnover Survey – monatlicher US-Arbeitsmarktbericht über offene Stellen, Einstellungen und Kündigungen.

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