Trotzdem stehen Aktien vor einer großen RALLYE // Dr. Martin Lück
Die Zeichen stehen auf Stagflation — steigende Ölpreise, teureres Gas und geopolitische Spannungen, die nicht nachlassen. Dennoch rechnet Dr. Martin Lück, Chefanlagestratege bei Franklin Templeton, mit einer großen Erleichterungsrally an den Märkten. Wie passt das zusammen? Warum hält sich Bitcoin so gut, während Gold schwächelt? Und was bedeutet ein möglicher US-Rückzug aus dem Iran-Konflikt für Anleger — kurzfristige Euphorie oder langfristige Enttäuschung?
Key Takeaways
Trump steckt in der Falle: Ohne Bodentruppen kein Regimewechsel, aber ein Rückzug bedeutet Gesichtsverlust. Der Iran hat verstanden, dass er nur durchhalten muss — nicht gewinnen.
Eine Erleichterungsrally ist wahrscheinlich, sobald Trump den Krieg beendet oder konstruktive Gespräche verkündet. Die alten Allzeithochs werden dabei aber vermutlich nicht erreicht.
Stagflationsrisiko bleibt: Selbst nach Kriegsende dürften Öl- und Gaspreise erhöht bleiben, da Infrastruktur zerstört ist und die Straße von Hormus langfristig Risiken birgt.
Gold schwächelt, weil es vorher zu stark gestiegen ist und die US-Zinsen steigen statt zu fallen. Bitcoin zeigt hingegen Resilienz, da er nach der Korrektur wieder attraktiv wurde.
Diversifikation ist jetzt entscheidend: Raus aus der US-Übergewichtung, rein in europäische und Emerging Markets sowie Infrastruktur — Militär, Nachhaltigkeit, langfristige Projekte.
In a Nutshell
Eine Erleichterungsrally ist wahrscheinlicher als ein weiterer Crash, doch die strukturellen Belastungen — höhere Energiepreise, Stagflations-Risiken und ein geschwächter Trump — bleiben. Anleger sollten sich breiter aufstellen, den US-Anteil reduzieren und auf Infrastruktur und Nicht-US-Märkte setzen.
Trumps ausweglose Lage im Iran-Konflikt
Der Iran muss nicht gewinnen — nur durchhalten — und Trump fehlt ein glaubwürdiger Exit.
Dr. Martin Lück beschreibt die zentrale Asymmetrie des Konflikts: «Der Iran muss diesen Krieg nicht gewinnen. Der Iran muss nur lange genug aushalten.» Die USA hingegen können den Krieg nicht gewinnen, ohne Bodentruppen zu entsenden — ein Szenario, das ein «zweites Vietnam» bedeuten würde. Der Iran ist topographisch ideal für Guerillakriege: bergig, riesig, voller unterirdischer Tunnel. Trump hatte von «Regime Change» gesprochen, doch jeder Experte weiß, dass das nur mit Bodentruppen geht — eine Strategie, die von Anfang an inkonsistent war.
Der Iran hat seine Führungsstrukturen schnell erneuert und zeigt sich selbstbewusst: «Nö, wir haben überhaupt nichts gehört von den USA. Ach ja, und die haben uns einen Plan vorgelegt, aber das ist völlig lächerlich.» Die USA gehen die Abwehrwaffen aus, die Frequenz der Angriffe nimmt ab. Das Heft des Handelns ist von den USA zum Iran gewandert. Trump sucht verzweifelt eine «Offramp» — einen halbwegs gesichtswahrenden Ausweg — doch der Iran sieht keinen Grund, sich einem «Diktatfrieden» zu beugen.
Warum eine Erleichterungsrally trotzdem wahrscheinlich ist
Trump wird den Krieg als Sieg verkaufen und nach Hause gehen — die Märkte werden erleichtert reagieren.
“Ich halte eine solche Erleichterungsrally auf Sicht der nächsten vier Wochen für wahrscheinlicher als einen dramatischen Markteinbruch noch mal um 10 oder 15%.”
Langfristige Folgen: Stagflation statt Bullrun
Gold schwach, Bitcoin stark — die ungewöhnliche Marktreaktion
Gold litt unter vorherigem Bullenrun und steigenden Zinsen; Bitcoin profitiert von Portfolio-Rebalancing.
Investmentstrategie: Raus aus den USA, rein in Diversifikation
Nicht-US-Märkte, Infrastruktur und langfristige Investments bieten besseren Schutz gegen Volatilität.
US-Anteil reduzieren Das Risiko kommt aus der «erratischen Außenpolitik» Trumps. Höhere Gewichtung von Europa, Emerging Markets und Nicht-Dollar-Assets schützt vor weiteren Schocks.
Infrastruktur aufbauen Militär, Nachhaltigkeit, langfristige Projekte — Bereiche, in denen massiv investiert wird. «Volatilität aus dem Portfolio nehmen, sich längerfristig investieren», so Lück.
Dollar-Schwäche antizipieren Wenn der Krieg endet, wird der Dollar wahrscheinlich nachgeben. Ein diversifiziertes Portfolio profitiert dann von der Währungsverschiebung.
Aktienmärkte zeigen Resilienz — aber Kapitulation fehlt noch
S&P nur 7% unter Allzeithoch, doch echte Bodenbildung braucht Verzweiflung, nicht Käufe.
Aktienmärkte zeigen Resilienz — aber Kapitulation fehlt noch
Der S&P steht nur 7% unter seinem Allzeithoch — «das ist schon verwunderlich, wie robust die Aktienmärkte nach wie vor sind», so Lück. Doch bei jedem Rückschlag kamen Käufer zurück, die billiger einsammelten. Für eine echte Talsohle fehlt die Kapitulation: «Wir haben noch nicht gesehen, diese völlige Kapitulation, die man teilweise in Crashes sieht.» Das bedeutet: Der Markt schaut noch durch den Krieg hindurch — doch ob das anhält, hängt davon ab, wie lange die Unsicherheit bleibt.
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