SaaS-Schnäppchenjagd? | OpenAI spart $100 Mrd. durch Msft-Deal | Anthropic-Akamai-Deal | Helsing ...
Im Schatten der KI-Revolution entbrennt ein Kampf um Rechenkapazität, den Anthropic mit überraschenden Partnerschaften zu gewinnen versucht – während OpenAI seinen Microsoft-Deal neu verhandelt und damit auf einmal 100 Milliarden Dollar spart. Gleichzeitig stürzen Software-Aktien wie Monday.com um drei Viertel ab, weil der Markt fürchtet, KI werde das gesamte SaaS-Geschäft überflüssig machen. Aber ist das mehr als Panik? Und was, wenn die größte Fehlannahme darin besteht, dass Unternehmen sich schneller ändern, als sie es tatsächlich tun?
Points clés
OpenAI und Microsoft haben ihren Deal überarbeitet: Microsoft verliert Exklusivität, zahlt keinen Revenue Share mehr – und OpenAI gewinnt 25 % Umsatz zurück, weil es selbst nichts mehr an Microsoft abführen muss. Beide Seiten profitieren.
Anthropic befindet sich auf einer aggressiven Einkaufstour für GPU-Kapazität (Google, Akamai, xAI) und dürfte eine Net Revenue Retention von über 200 % erreichen – wer einmal KI nutzt, nutzt nur noch mehr KI.
xAI kämpft: Downloads der Grok-App sind seit Januar um 60 % gefallen, Colossus 1 läuft nur zu 11 % Auslastung, und hochkarätige Mitarbeiter verlassen das Unternehmen nach Wochen.
SaaS-Aktien wie Monday.com haben drei Viertel ihres Werts verloren – aber die Fundamentaldaten zeigen weiter 25 % Wachstum, 89 % Rohmarge und Profitabilität. Die Angst vor KI-Disruption könnte überzogen sein.
Beharrungskräfte in Unternehmen werden massiv unterschätzt: Wer glaubt, dass Firmen morgen ihre Software selbst bauen, übersieht, dass Disruption Jahrzehnte dauern kann – siehe Verlage, lineares TV, SAP.
En bref
Anthropic kauft verzweifelt Rechenkapazität, OpenAI repariert seinen Microsoft-Deal rückwirkend, und SaaS-Aktien fallen so tief, dass selbst profitabel wachsende Firmen plötzlich wie Schnäppchen aussehen – wenn man bereit ist zu glauben, dass Beharrungskräfte stärker sind als der KI-Hype.
OpenAI repariert den Microsoft-Deal – und spart 100 Milliarden
OpenAI zahlt keinen Revenue Share mehr an Microsoft und gewinnt damit 25 % Umsatz zurück.
Der ursprüngliche OpenAI-Microsoft-Deal klang nach einem Ralf-Dümmel-Moment: Von jedem verdienten Dollar musste OpenAI zunächst 20 % an Microsoft abführen – erst danach blieben vier Dollar übrig. Das drückte die Rohmarge und ließ Anthropic im Vergleich besser aussehen, weil die anders rechneten. Jetzt berichtet The Information exklusiv, dass dieser Revenue Share aufgelöst wurde. Microsoft verzichtet auf die Exklusivität bei OpenAI und zahlt selbst keinen Share mehr; im Gegenzug entfällt auch OpenAIs Verpflichtung, 20 % abzugeben.
Das Ergebnis: OpenAI gewinnt mit sofortiger Wirkung 25 % Umsatz hinzu – aus dem Nichts. Die Bewertung steigt, das Margenprofil verbessert sich dramatisch, und der Deal ergibt plötzlich für beide Seiten Sinn. Microsoft profitiert, weil der Wert seiner OpenAI-Anteile steigt; OpenAI profitiert, weil es endlich profitabel aussehen kann. Ursprünglich wirkte der Deal wie ein strategischer Fehler – jetzt zeigt sich, dass die wichtigste Klausel einfach erst später öffentlich wurde. Ohne diese Korrektur wäre OpenAI beim IPO mit einer absurd niedrigen Marge angetreten.
Anthropics verzweifelte Jagd nach GPU-Kapazität
xAI: 11 % Auslastung, sinkende Downloads, Mitarbeiter-Exodus
xAI kämpft mit massiven Problemen – von leeren Rechenzentren bis zu Kündigungswellen.
SaaS-Schnäppchenjagd: Monday.com als Test-Case
Monday.com hat drei Viertel des Werts verloren – aber die Zahlen sehen solide aus.
Monday.com ist stellvertretend für die SaaS-Apokalypse: Die Aktie hat vom Peak 80 % verloren, allein im letzten Jahr drei Viertel. Der Markt glaubt, KI werde Firmen wie Monday, Asana oder Atlassian überflüssig machen – Unternehmen könnten ihre Software einfach selbst bauen. Aber die Fundamentaldaten erzählen eine andere Geschichte: Monday wächst mit 25 %, hat eine Rohmarge von 89 %, ist profitabel (6 % operative Marge inklusive Share-Based Compensation) und kauft Aktien zurück – zu günstigen Bewertungen.
Die Logik der KI-Disruption übersieht einen Punkt: Software muss nicht nur billiger *gebaut* werden als in der Vergangenheit – sie muss billiger sein als eine *Lizenz*. Selbst wenn man mit Vibecoding ein Monday-Klon baut, braucht man jemanden, der es wartet, sichert, schult. Kein Entwickler arbeitet für 50.000 Dollar im Jahr. Und Unternehmen ändern ihre Habits nicht über Nacht. Monday selbst kann KI nutzen, effizienter werden, Leute entlassen. Die Disruption wird langsamer kommen als gedacht – wenn überhaupt. Bei 2,5× Umsatz und 10× operativem Cashflow könnte das ein Schnäppchen sein.
Was der Markt bei SaaS übersieht
Beharrungskräfte in Unternehmen sind stärker als jeder Hype – Disruption dauert Jahrzehnte.
Was der Markt bei SaaS übersieht
Der größte blinde Fleck im KI-Hype: Niemand rechnet mit Inertia. Verlage brauchten 20 Jahre, um von TKP-Fixpreisen zu Performance Marketing überzugehen. Lineares TV existiert immer noch. SAP wird seit Dekaden totgesagt. Unternehmen ändern sich langsam – selbst wenn die Technologie bereitsteht. Wer glaubt, dass Firmen morgen ihre Software selbst bauen, übersieht, dass sie nicht einmal schnell den Anbieter wechseln, wenn es billiger wäre.
Polymarket, Verfahren & andere Randnotizen
Substack, Brad Pitt & Bubble-Signale
Trade Republic holt Brad Pitt, während Substack scheinbar stirbt – und doch wieder lebt.
“Ich bin so ein bisschen der Tim Melzer der Social Plattforms. Also, es ist wirklich genau auf dem Peak und geht jetzt ins Tal rein so ein bisschen oder holt nur noch mal Luft.”
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