Nr.1 KI-Investor: Diese Geschäftsmodelle STERBEN jetzt! KI-Agenten, BCIs & Zukunft (Adrian Locher)
Während Open AI und Anthropic ihre Produkte mit bis zu 5000 € pro Nutzer subventionieren, stellt sich die Frage: Wie viel von den Milliarden-Umsätzen ist echte Wertschöpfung und wie viel nur Experiment? Adrian Locher, Gründer von Merantix und einer der wenigen europäischen Investoren mit fast einem Jahrzehnt Erfahrung im KI-Unternehmensaufbau, sieht die kommenden Jahre radikal anders als die meisten. Er prognostiziert, dass klassische Geschäftsmodelle verschwinden werden – ersetzt durch KI, die nicht Code, sondern Ergebnisse verkauft. Gleichzeitig glaubt er, dass wir Cyborgs werden, bevor wir AGI erreichen. Kann Europa mit einem 100-Millionen-Euro-Fonds noch mithalten, wenn allein A16Z 5,2 Milliarden Dollar in KI steckt?
Ключевые выводы
KI wird in 3–5 Jahren messbar im BIP auftauchen – deutlich schneller als bei früheren Technologien wie Elektrizität (50 Jahre) oder Computer (20 Jahre).
Softwareunternehmen werden künftig nicht mehr Lizenzen, sondern Ergebnisse verkaufen. Value-based Pricing ersetzt Monatsabos.
Die großen Foundation-Model-Anbieter subventionieren massiv (Cursor: 5000 € pro User/Monat), aber die Unit Economics sind kritisch. Eine Konsolidierung auf 2–3 Hyperscaler ist wahrscheinlich.
Europa kann in vertikal integrierten KI-Anwendungen – Healthcare, Biologie, Manufacturing, Deep Tech – globale Champions aufbauen, weil wir dort proprietäre Daten, Netzwerke und Stärken haben.
Brain-Computer-Interfaces werden in 3–5 Jahren alltagstauglich. Wer dann nicht verschmilzt mit der Maschine, wird wirtschaftlich nicht mehr mithalten können.
Вкратце
Die nächsten 3–5 Jahre werden entscheidend: Wer jetzt nicht in anwendungsbezogene KI investiert – besonders in vertikal integrierte Geschäftsmodelle, die Ergebnisse statt Software verkaufen – verliert den Anschluss. Europa hat die Chance, in Healthcare, Deep Tech und Industrie global zu führen, aber nur, wenn wir aufhören, uns klein zu reden und schneller experimentieren.
Vom E-Commerce zum KI-Venture-Studio: Adrians Werdegang
Adrian baute mit 14 sein erstes Startup, verkaufte dein Deal an Ringier und gründete 2016 Merantix.
Adrian Locher begann in den 90er Jahren als Gamer und Programmierer, entwickelte Websites neben der Schule und studierte an der HSG. 2010 gründete er dein Deal.ch, eine E-Commerce-Plattform, die innerhalb von 18 Monaten auf 100 Millionen Franken Umsatz und 150 Mitarbeiter wuchs – und dann an Ringier verkauft wurde. Nach dem Exit zog er nach San Francisco, besuchte KI-Kurse an der Stanford University und erkannte früh das Potenzial von Machine Learning.
2016 gründete er in Berlin Merantix, Europas erstes KI-Venture-Studio. Die Ursprungsidee: keine einzelne Firma bauen, sondern eine Plattform, die systematisch neue KI-Unternehmen entwickelt. Merantix hat seitdem über 20 Unternehmen aufgebaut, drei davon bereits verkauft (u.a. an Scale AI, SAP, Voltaras/Cluvaa) und sammelt aktuell einen 100-Millionen-Euro-Fonds ein. Heute ist der AI Campus in Berlin ein 6000 m² großer Hub mit über 80 Unternehmen – einer der wichtigsten KI-Standorte Europas.
KI als Enabling Technology: Neue Geschäftsmodelle entstehen
KI macht Geschäftsmodelle möglich, die vor wenigen Jahren technisch undenkbar waren.
KI als Enabling Technology: Neue Geschäftsmodelle entstehen
Adrian versteht KI nicht als Selbstzweck, sondern als Grundlagentechnologie – vergleichbar mit dem Internet vor 20 Jahren. Google, Meta, Amazon konnten ohne das Internet nicht existieren. Ebenso werden künftig Unternehmen entstehen, die ohne KI unmöglich wären. Seine zentrale These: KI ist die wichtigste Technologie unseres Jahrhunderts, weil sie Bereiche revolutioniert, in denen jahrzehntelang wenig Innovation stattfand – von Healthcare über komplexe Wertschöpfungsketten bis zu neuen Materialien.
Merantix' Investmentstrategie: Weniger Startups, tiefere Integration
Cambrium: Proteine programmieren mit Transformer-Modellen
Biomaterialien aus KI-designten Proteinen für Kosmetik, Mode, Klebstoffe – 10.000x stärker als heute.
Cambrium ist eines der Portfolio-Unternehmen, die zeigen, wie KI Materialwissenschaft neu denkt. Das Startup nutzt Transformer-Modelle – dieselbe Architektur wie Chat GPT – um Proteine zu «programmieren». DNA ist die Sprache der Biologie, und Cambrium simuliert Milliarden möglicher DNA-Kombinationen im Computer, statt sie im Labor zu testen. Nur die zehn vielversprechendsten Kandidaten gehen ins «Wet Lab» zur physischen Validierung.
Die Anwendungen reichen von Kosmetik über Kunstleder und Fasern in der Modeindustrie bis hin zu Klebstoffen, die tausendmal stärker sein können als alles Existierende. Der entscheidende Vorteil: biologische, nicht ölbasierte Materialien mit niedrigerem CO₂-Fußabdruck. Das «Lab-in-the-Loop»-Prinzip sorgt dafür, dass jedes Experiment zurück in die KI-Engine fließt und die Lernkurve exponentiell beschleunigt.
Healthcare: Der «Chat GPT-Moment» für Medizin ist jetzt
10–20% aller Chat-GPT-Anfragen betreffen Gesundheit – KI wird Zugang demokratisieren.
Jensen Huang sprach auf der GTC vom «Chat-GPT-Moment für Healthcare», und Adrian bestätigt: Die Nachfrage ist enorm. Zwischen 10 und 20% aller Anfragen an Chat GPT haben Gesundheitshintergrund – oft von Menschen ohne Zugang zu Ärzten. Regulatorik bremst zwar den Rollout, aber die Technologie ist bereit. Vara, ein Merantix-Portfolio-Unternehmen, zeigt das Potenzial: Es macht Brustkrebs-Screenings und erreicht in Deutschland bereits über 50% des Marktes – über 75.000 Frauen pro Monat. Die KI erkennt 17,6% mehr Brustkrebs als Radiologen allein.
Noch größer ist der Impact in Ländern wie Indien, wo Population-Wide-Screening bisher unmöglich war – es gibt schlicht nicht genug Ärzte. KI ermöglicht dort erstmals flächendeckende Vorsorge. Adrian sieht hier neuartige Geschäftsmodelle entstehen, die ohne KI gar nicht existieren könnten. Die Herausforderung: personalisierte Medizin passt nicht in heutige Regulierungsrahmen, die auf Massenmedikamente ausgelegt sind.
Die KI-Bewertungsblase: Wo brennt Geld?
Cursor subventioniert mit 5000 € pro User – Unit Economics katastrophal, Konsolidierung wahrscheinlich.
Das Ende von Software-as-a-Service: Service wird verkauft, nicht Software
Künftig zahlt man für Ergebnisse, nicht für Lizenzen – Value-based Pricing ersetzt SaaS.
Cyborgs vor AGI: Warum Brain-Computer-Interfaces früher kommen
Menschen mit Maschinen zu verbinden ist technisch einfacher als AGI zu bauen.
Adrian stellt eine provokante These auf: Wir werden Cyborgs, bevor wir allgemeine künstliche Intelligenz erreichen. Seine Logik: Warum eine Maschine bauen, die besser ist als der Mensch, wenn man den Menschen einfach mit der Maschine verbinden kann? Die Kombination Mensch-Maschine ist bereits Realität – die meisten Menschen sind den Großteil des Tages mit Smartphone oder Computer verbunden. Das Interface (Hände, Augen, Stimme) ist nur ineffizient.
Brain-Computer-Interfaces versprechen eine direkte, bandbreitenstarke Verbindung über Gehirnströme. Heute scheitert es noch an zwei Problemen: Implantate sind lokal begrenzt und medizinisch invasiv; nicht-invasive Systeme (z. B. EEG-Kappen) liefern noch zu schlechte Datenqualität. Doch Adrian vergleicht den Status mit NLP 2017/18 – kurz vor dem Transformer-Durchbruch. Er prognostiziert, dass BCIs in 3–5 Jahren alltagstauglich werden. Wer dann nicht «verschmilzt», wird wirtschaftlich nicht mehr mithalten können – ähnlich wie jene, die 2005 bei der Schreibmaschine blieben.
Europas Chance: Deep Tech, nicht Foundation Models
Der Appell: Jetzt experimentieren, nicht warten
Scheitern ist Lernen – wer nicht jetzt anfängt, verliert den Anschluss.
“Wir müssen heute jetzt anfangen, die Dinge umzusetzen, uns nicht davor zu fürchten, dass auch mal was schief gehen kann und das dann wiederum eben als Lernkurve verstehen beim Hinkommen zum Ziel. Wenn wir jetzt fünf Experimente machen und davon vier scheitern, ist es total okay, weil das eine wird wahrscheinlich dann langfristig gesehen alle anderen rausholen.”
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