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ETF-Strategie und Tagesgeld-Angriff: Finanz-Update vom Scalable-Capital-Chef

Erik Podzuweit, CEO von Scalable Capital, navigiert durch eines der turbulentesten Jahre am Finanzmarkt seit Langem. Während B2C-Fintech in Europa plötzlich wieder als Königsdisziplin gilt und Scalable auf 2 Millionen Kunden zusteuert, bricht die SaaS-Euphorie der letzten 20 Jahre radikal zusammen – Investoren wollen keine Asset-Light-Modelle mehr, sondern Atomkraftwerke und physische Infrastruktur. Gleichzeitig sitzt die Welt auf einem geopolitischen Pulverfass, das an den Ölpreisschock von 1973 erinnern könnte – doch die Börsen reagieren kaum. Wo liegen die wirklichen Risiken, und welche Chancen eröffnen sich für Anleger, die Konzentration als ihren größten Feind verstehen?

Длительность видео: 1:06:35·Опубликовано 25 мар. 2026 г.·Язык видео: German
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Ключевые выводы

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B2C-Fintech ist der «Startup King» Europas: Revolut, Trade Republic und Scalable haben sich als nachhaltige Geschäftsmodelle etabliert – im Gegensatz zu vielen anderen Hypes der letzten Dekade.

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Der Markt vollzieht eine 180-Grad-Wende von «Asset Light» zu «High Asset, Low Obsolescence»: Investoren fliehen aus SaaS-Software und setzen auf physische Infrastruktur, Rechenzentren und Energie – getrieben von KI-Hype und Angst vor Obsoleszenz.

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Der Iran-Konflikt birgt das Risiko eines Ölpreisschocks wie 1973, der zu Stagflation führen könnte – historisch war das der einzige Krieg, der den Aktienmarkt über ein Jahrzehnt belastete.

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Das neue Altersvorsorgedepot ab 1.1. wird Neobroker massiv stärken: Bis zu 1.000 € staatliche Zulage machen ETF-Sparpläne zur attraktivsten Altersvorsorge Deutschlands.

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Prediction Markets boomen in den USA – reguliert als Finanzkontrakte, nicht als Glücksspiel. Sie haben «Truth Market»-Qualität, werfen aber massive Fragen zu Insiderhandel und Marktmanipulation auf.

Вкратце

Fintech erlebt in Europa ein spektakuläres Comeback, während der Markt von Software-Aktien zu «High Asset, Low Obsolescence»-Titeln wandert – wer jetzt breit diversifiziert, Gold beimischt und auf günstige ETF-Depots setzt, profitiert vom neuen Altersvorsorgedepot und schützt sich gegen geopolitische Schocks.


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Fintech-Renaissance: Scalable auf dem Weg zur Börse

Scalable Capital steuert mit 2 Millionen Kunden auf eine Bewertung jenseits von 2 Milliarden €.

Nach zehn Jahren Aufbau ist Scalable Capital zu einem der größten Neobroker Europas geworden. Das Unternehmen verwaltet über 45 Milliarden € Kundenvermögen und hat kürzlich eine Vollbanklizenz erhalten. Erik Podzuweit, der noch rund 10 % der Anteile hält, bereitet das Unternehmen auf einen Börsengang in 3–5 Jahren vor. Die letzten zwei Jahre waren von Infrastrukturarbeit geprägt: eigene Depotverwahrung, Kernbankensystem und sogar eine eigene Börse – unsichtbar für Kunden, aber strategisch entscheidend.

B2C-Fintech erlebt in Europa ein bemerkenswertes Comeback. Während andere Startup-Kategorien wie Last-Mile-Delivery oder Insurtech verschwunden sind, dominieren Fintech-Unternehmen die europäische Startup-Szene. Revolut ist das wertvollste Fintech Europas, Trade Republic wurde kürzlich mit über 10 Milliarden € bewertet. Robin Hood, der US-Vorreiter, erholte sich von unter 5 Milliarden $ (unter Cash-Level) auf zeitweise 120–130 Milliarden $. Podzuweit sieht darin eine «tolle Bestätigung» für ein Geschäftsmodell, das nun schon über zehn Jahre Bestand hat.

Scalable profitiert von mehreren strukturellen Rückenwinden: Junge Menschen unter 35 entdecken Geldanlage als Notwendigkeit, klassische Banken können bei Preis und UX nicht mithalten, und drei starke Börsenjahre (2023–2025) haben das Wachstum befeuert. Mit dem neuen Tagesgeldangebot (2,5 %) adressiert Scalable nun auch Massenkundschaft – ein Signal, dass das Unternehmen von Performance- zu Branding-Marketing übergehen wird.


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«Bits versus Atoms»: Der große Strategiewechsel am Markt

Investoren kehren Software den Rücken und jagen physische Assets – eine 180-Grad-Wende.

GESTERN: ASSET LIGHT
Software-Euphorie der letzten 20 Jahre
SaaS-Modelle waren der Traum jedes Investors: minimaler Capex, Cloud-basiert, vorhersagbare Umsätze durch Net Retention über 100 %, Preismacht durch Lock-in. «Software is eating the world» galt als unumstößliche Weisheit. Unternehmen wie Salesforce, SAP und Personio verkörperten das Ideal der Asset-Light-Ökonomie.
HEUTE: HIGH ASSET, LOW OBSOLESCENCE
Die Rückkehr der physischen Welt
Der Begriff «Halo» ist der neue Schlachtruf: High Asset, Low Obsolescence. Investoren wollen Rechenzentren, Energie-Infrastruktur, sogar Atomkraftwerke. Die großen Tech-Konzerne investieren 2025 allein 650 Milliarden $ in physische Infrastruktur. Die «SaaS-Apokalypse» ist real: Net Retention leidet, weil Kunden überlegen, ob sie Features wirklich brauchen oder durch LLMs ersetzen können.

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Drei Szenarien für Anleger

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Breite Diversifikation
«Konzentration ist dein größter Feind.» Nicht nur in einzelne Branchen oder Regionen investieren, sondern global und über Asset-Klassen streuen – von Software bis zu «harten Assets».
🛡️
10 % Gold als Absicherung
Gold hat historisch bei Inflationsschocks und geopolitischen Krisen geschützt. Podzuweit selbst hält 10 % seines Portfolios in Gold – trotz des jüngsten Anstiegs.
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ETF-Sparpläne mit Staatszuschuss
Das neue Altersvorsorgedepot bringt bis zu 1.000 € staatliche Zulage pro Jahr. Die ersten 1.800 € sollten unbedingt dorthin fließen – ein «geschenktes Geld»-Angebot.

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Der Ölpreisschock als Worst-Case-Szenario

Nur ein Krieg hat den Markt je langfristig belastet: der Yom-Kippur-Krieg 1973.

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Der Ölpreisschock als Worst-Case-Szenario

Eine UBS-Studie zeigt: Von 20–25 Kriegen seit 1945 hatte nur einer nachhaltige Börsenfolgen – der Oktoberkrieg 1973. Der Ölpreis vervierfachte sich, Inflation und Rezession folgten, die Zinsen stiegen auf 20 %, und der Aktienmarkt brach um die Hälfte ein. Die Erholung dauerte ein Jahrzehnt. Der aktuelle Iran-Konflikt birgt dasselbe Risiko – doch bisher reagieren die Märkte kaum.


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Altersvorsorgedepot: Die Neobroker-Chance

Ab 1.1. soll das günstigste Altersvorsorgeprodukt Deutschlands kommen – mit massiver Staatszuschuss.

Staatliche Zulage (kinderlos)
500 €
Pro Jahr, bei 1.800 € Einzahlung
Staatliche Zulage (2 Kinder)
1.000 €
Pro Jahr, bei höherer Einzahlung
Auszahlungsalter
65 Jahre
Bis dahin steuerfrei, danach mit Einkommensteuer besteuert
Start des Programms
1. Januar 2026
CDU und SPD haben sich verständigt, Durchsetzung wahrscheinlich

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Prediction Markets: «Truth Markets» oder Glücksspiel?

Kalshi und Polymarket boomen – als regulierte Finanzkontrakte, nicht als Wetten.

Prediction Markets erleben in den USA einen explosiven Aufstieg. Kalshi ist von der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) als Börse reguliert und bietet binäre Kontrakte auf politische Events, Sportergebnisse, sogar Atomschläge an. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Wettanbietern: Kalshi ist keine Glücksspiellizenz, sondern ein Finanzmarkt. Robin Hood hat Ende 2024 schnell umgesattelt und bietet nun Prediction Markets über Kalshi an – mit Margen von 1–2 %, weit höher als beim Aktienhandel (0,02 %).

Befürworter nennen sie «Truth Markets»: Wer Geld riskiert, gibt ehrlichere Prognosen ab als in Umfragen. Tatsächlich haben Prediction Markets Wahlergebnisse und Oscar-Gewinner zu 80–90 % korrekt vorhergesagt. Seriöse Medien wie die New York Times zitieren sie regelmäßig. Doch die Schattenseiten sind massiv: Insiderhandel (z. B. Militärs, die vor einem Angriff wetten) und Marktmanipulation sind schwer zu verfolgen. Ein absurdes Beispiel: Beim Super Bowl war der Münzwurf zu Beginn eines der meistgehandelten Events – reiner Zufall als «Investment».

In Europa sind solche Märkte verboten. Binäre Optionen wurden von der EU-Kommission bereits 2018 untersagt, und politische Wetten fallen unter Glücksspielrecht. Podzuweit sieht Potenzial, bleibt aber skeptisch: «Die Wahrheit liegt in der Mitte» – es gibt positive Aspekte (Prognosekraft), aber auch massive Risiken.


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Deutschland und die KI-Chance: «Running Down a Dream»

Alex Karp glaubt an Deutschland – wenn es endlich die richtigen Reformen macht.

Deutschland hat eine brutale Chance eigentlich an der Spitze von der technologischen Entwicklung zu sein. Da kommen wir eigentlich her. Es gab mal eine Zeit, wo vereinfacht gesagt mehr oder minder alle technologischen Entwicklung der Welt aus Deutschland kam. Deutschland hat aber die Chance, ihr habt das Potenzial, ihr habt das Potenzial mehr als manch andere Nationen.

Alex Karp (Palantir-Gründer), zitiert von Erik Podzuweit


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Упомянутые ценные бумаги

HOODRobinhood Markets

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Люди

Erik Podzuweit
CEO & Co-Founder, Scalable Capital
guest
Philipp Westermeyer
Host, OMR Podcast
host
Bill Gurley
Investor & Benchmark-Gründer
mentioned
Alex Karp
CEO, Palantir
mentioned
Nick Turley
Co-Founder, OpenAI
mentioned
Peter Steinberg
OpenAI-Mitarbeiter
mentioned
John F. Kennedy
Ehemaliger US-Präsident
mentioned
Joe Kennedy
Börsenspekulant & erster SEC-Chairman
mentioned

Глоссарий
SaaS (Software as a Service)Geschäftsmodell, bei dem Software als Cloud-Dienst angeboten wird – historisch beliebt wegen niedriger Capex-Anforderungen und vorhersagbarer Umsätze.
Net RetentionKennzahl, die zeigt, wie viel Umsatz ein Unternehmen aus bestehenden Kunden im Folgejahr generiert – über 100 % bedeutet Upselling-Erfolg.
Halo (High Asset, Low Obsolescence)Neuer Investmenttrend: Unternehmen mit physischen Assets, die schwer durch KI ersetzbar sind.
Prediction MarketsMärkte, auf denen Nutzer auf binäre Ereignisse (z. B. Wahlausgänge) wetten – in den USA als Finanzkontrakte reguliert, in Europa verboten.
CFTC (Commodity Futures Trading Commission)US-Regulierungsbehörde für Derivate und Kontrakte – beaufsichtigt auch Prediction Markets wie Kalshi.

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